ACHATSCHNECKEN IM ALLGEMEINEN

 

AUSSEHEN

Achatschnecken sind Landlungenschnecken und gehören zu den Weichtieren. Sie sind die größten Landschnecken der Welt und werden manchmal über 30 cm lang. Allein ihr Gehäuse ist rund 25 cm lang und zehn cm breit. Es ist spiralförmig gewunden, läuft nach hinten spitz zu und ist je nach Art gefärbt.

Der Körper besteht aus einem Kopf mit einem Mund und Fühlern sowie einem großen Fuß, der zum Kriechen dient. Die Körperorgane sind im so geannten "Mantel"- der sich im Schneckenhaus befindet- untergebracht.

Zum Fressen besitzen Achatschnecken die so genannte "Radula", das ist eine Art Zunge, die wie ein Reibeisen mit winzigen Zähnchen besetzt ist.

Mit der "Radula" raspeln die Schnecken ihre Nahrung so klein, dass sie sie problemlos verspeisen können.

Heimat

Achatschnecken sind in ganz Afrika verbreitet, wurden von dort aber in viele andere tropische Länder eingebürgert oder aus Versehen mit Schiffsladungen dorthin verschleppt.

Lebensraum

Achatschnecken bewohnen viele verschiedene Lebensräume. Sie kommen in trockenen Steppen ebenso vor wie im Regenwald oder in Sümpfen. Dort sind sie im vermodernden Laub, im Gebüsch, unter Steinen, aber auch auf Bäumen und an Hauswänden zu finden.

Rassen und Arten

Zur Familie der Achatschnecken gehören elf verschiedene Gattungen, die sich in Größe, Farbe und Form des Gehäuses voneinander unterscheiden. Jede Gattung besteht aus vielen verschiedenen Achatschnecken-Arten und- Unterarten. Neben der Achatschnecke Achatina achatina aus Westafrika ist Achatina fulica aus Ostafrika eine der bekanntesten Arten.

Lebenserwartung

In Terrarien können Achatschnecken bis zu zehn Jahre alt werden. Wie lange sie in der Natur leben, ist nicht bekannt.

Alltag

Achatschnecken wurden früher aus ihrer Heimat Afrika in viele andere Länder eingeführt, weil sie gegessen wurden und als Leckerbissen begehrt waren. Deshalb gibt es sie heut in fast allen tropischen Ländern. Dort sind sie zu einer richtigen Plage geworden, weil sie in Feldern und Obstplantagen große Schäden anrichten können. In vielen Ländern- zum Beispiel in den USA-ist deshalb heute die Einfuhr und das Halten von Achatschnecken streng verboten.

Achatschnecken sind nachtaktiv und kommen erst bei Dämmerung aus ihren Verstecken im Boden hervor.

Bei uns halten die Achatschnecken während der kalten Jahreszeit meist eine Winterruhe. Dabei verhalten sie sich genauso, wie in ihrer afrikanischen Heimat während der Trockenzeit:

Sie verkriechen sich im Boden und verschließen ihr Gehäuse mit einem Kalkdeckel.

Freunde und Feinde

Wo sich Achatschnecken einmal breit gemacht haben, wird man sie kaum wieder los. Auf Pazifikinseln, wo die eingeschleppten Tiere große Schäden angerichtet haben, wurden Raubschnecken eingeführt, die sich ausschließlich von Schnecken ernähren. Die Menschen hofften, auf diese Weise mit den Achatschnecken kurzen Prozess zu machen. Doch das war ein Irrtum: Die Raubschnecken trauten sich nicht, die riesigen Achatschnecken anzugreifen und fraßen stattdessen die einheimischen kleinen Schneckenarten!

Zu den natürlichen Feinden in ihrer Heimat Afrika gehören Kröten, Warane und Vögel, die entweder die Eier der Schnecken oder die Schnecken selbst fressen.

 

Ein Waran, der Feind der Achatschnecken

Nachwuchs

Im Alter von sechs bis acht Monaten sind Achatschnecken geschlechtsreif.

Sie sind Zwitter, das heißt, jedes Tier ist Männchen und Weibchen zugleich. Wenn sich zwei Tiere miteinander gepaart haben, legt jedes-je nach Art- sechs bis 500 Eier im Boden ab. Bei manchen Arten dauert das Paarungsspiel mehrere Stunden lang.

Paarung einer meiner zwei Achatschnecken

Nach zwei bis drei Wochen schlüpfen die jungen Schnecken. Sie sind gleich selbstständig und wachsen sehr schnell.

Achatschnecken können sich auch im Terrarium sehr stark vermehren- sie legen bis zu viermal pro Jahr Eier. Man sollte immer nur so viele schlüpfen lassen die man auf gute Plätze weitervermitteln kann oder selbst behaltet, den Rest sollte man einfrieren und nach ca. 2 Tage entsorgen! Man sollte daher öfter eine Eikontrolle durchführen! Wenn das Terrarium gesäubert und die Erde ausgetauscht werden soll, muss darauf geachtet werden, dass die Eier herausgesucht und zerstört werden, bevor die Erde weggeworfen wird; sonst besteht die Gefahr, dass die Achatschnecken auch bei uns heimisch werden.

Ernährung

Achatschnecken ernähren sich von Früchten wie Bananen, Melonen, Pflaumen, Mango, Erdbeeren, Apfel sowie von Salat, Eiersalat, Gurken, Tomaten, Karotten. Sie fressen aber auch rohes Fleisch, Schildkrötensticks, Katzenfutter, Hundefutter und Fischfutter.

Damit ihr Gehäuse sich schön entwickelt, brauchen sie zusätzlich Kalk. Der Kalk kann als Pulver (in der Apotheke als Futterkalk erhältlich) unter das Futter gemischt werden oder in Form einer Sepiaschale, die meiner Meinung nach immer drinnen sein sollte!

Haltung

Da Achatschnecken aus den Tropen stammen, brauchen sie es warm: Das Terrarium muss wenn die Raumtemperatur zu kalt ist mit Heizmatten oder Heizkabeln ausgerüstet sein, und es sollten Temperaturen von 24 bis 26°C herrschen. Temperaturen unter 15° C vertragen sie nicht. Die Luftfeuchtigkeit muss sehr hoch sein und bei 80 bis 90 Prozent liegen.

Der Boden muss mit einer Mischung aus Torf und Sand bedeckt sein, auch Pinienerde eignet sich sehr gut. Ich persönlich verwende Kokushumus, was es in Würfeln zu kaufen gibt die mit Wasser aufbereitet werden, dass der Humus sich löst! Außerdem sollte der Boden unbedingt aufgekalkt werden. Es hat nur wenig Sinn, das Terrarium hübsch mit Pflanzen einzurichten, denn die Schnecken betrachten sie meist als Futter, sodass nach kurzer Zeit nichts mehr von ihnen übrig ist. Gräser, Efeu und einige Zimmerpflanzen können allerdings problemlos ins Terrarium eingepflanzt werden-sie schmecken den Achatschnecken nicht.

Weil manche Schnecken ab und zu baden, sollte eine flache Schale mit Wasser vorhanden sein, diese sollte aus Plastik und auf keinen Fall aus harten Material sein, da die Schnecken manchmal von der Decke fliegen und ihr Gehäuse zerstören könnten.

Für drei bis vier Achatschnecken muss das Terrarium etwa 60x30x30 cm groß sein. Schnecken dürfen nur in Gruppen von mindestens 3 Tieren gehalten werden!

Als Terrarium für Schnecken eignen sich meiner Meinung nach Aquarien besser, man kann oben den Deckel öffnen, besser putzen und füttern. Bei den Schiebetüren der Terrarien kann es mal vorkommen, dass sich die Schnecken anschleimen und die Türen nicht öffnen kann!

Pflegeplan

Das Terrarium der Schnecken muss regelmäßig gereinigt und unbedingt von alten Futterresten befreit werden-sonst werden die Tiere krank. Achatschnecken brauchen kein Extra-Trinkwasser, solange die Luftfeuchtigkeit im Terrarium hoch genug ist und sie reichlich saftiges Futter bekommen.

Ist es für die Achatschnecken zu kalt, zu nass oder zu warm, verkriechen sie sich in ihrem Gehäuse und verschließen es mit einem Kalkdeckel. So können sie ungünstige Zeiten bis zu einem halben Jahr problemlos überstehen.

Was ich persönlich nicht machen würde!

 




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